Natuurgebied "Het Lutterzand"

Gildehaus. Radfahren, Wandern und Baden im Gebiet Het Lutterzand: Unser Tipp für den nächsten Urlaub in den Niederlanden.

Kurvenreich mäandert die Dinkel durch die idyllische Landschaft. Markante Sandklippen ragen an ihrem Ufer empor und geben dem Ort sein ganz besonderes Erscheinungsbild. Nur wenige Hundert Meter von der deutsch-niederländischen Grenze bei Gildehaus entfernt bietet das „Natuurgebied Lutterzand“ Entschleunigung pur. Ein faszinierendes Bild Wie eine außergewöhnliche Skulptur wirkt das Wurzelwerk der Fichte. Der Wind formt das Sandfeld, aus dem der Baum emporragt und Kindern eine willkommene Kletterpartie bietet. Einige Meter weiter fällt die Ufersteilkante fast vier Meter senkrecht ab, um dann in sanftem Bogen in den Fluss überzugehen. Mehrere umgestürzte Bäume zeigen an, dass sich die Naturkräfte an diesem Ort ungehindert entfalten dürfen. Auch deshalb wirkt das 750 Hektar große „Natuurgebied Lutterzand“ – so die niederländische Bezeichnung dieses Areals – ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Die sich über einen Kilometer hinziehenden Sandformationen, welche durch Verwehungen nach der letzten Eiszeit entstanden sind, bieten nicht nur ein faszinierendes Bild, sondern sind zugleich Zeugen der geologischen und klimatischen Geschichte dieser Grenzregion.

Es verwundert, dass dieser so attraktive Ort, an dem im zumeist flachen Fluss auch gebadet werden darf, vor allem in Deutschland noch relativ unbekannt ist. Dabei macht die Lage unweit der ersten Autobahnauffahrt nach Grenzübertritt den „Lutterzand“ besonders für einen Kurzurlaub attraktiv. Ein wenig versteckt und abgeschieden liegt das Gelände aber durchaus. Vermutlich hat dies dazu beigetragen, dass es sich bis heute seinen Besuchern in einem so unberührt wirkenden Zustand präsentiert.

Drei naturnahe Campingplätze Drei naturnahe Campingplätze ermöglichen in unmittelbarer Nähe Übernachtungen. Mit großer Sonnenterrasse und Kinderspielplatz bietet zudem das reetgedeckte Restaurant „Paviljoen Lutterzand“ ein attraktives gastronomisches Angebot. Der vom Restaurant aus verlaufende Weg bildet den nördlichen Zugang zu den Sandklippen. Die abwechslungsreiche Landschaft wird von einem gut erschlossenen Wegenetz durchzogen, das zum Wandern und Radfahren einlädt. Neben den Fichtenwäldern lassen sich auch ausgedehnte Heideflächen erkunden. Durch das Gebiet führt die Gildehaus-Dinkel-Route, ein 50 Kilometer langer Radweg mit Start und Ziel in Gildehaus. Wer ausschließlich Ruhe und Entschleunigung sucht, wird ebenfalls fündig, denn an Sitz- und Liegemöglichkeiten am Wasser mangelt es nicht. Lebhaft geht es am kleinen Hundestrand zu, wo sich die Vierbeiner in den Fluss wagen dürfen. Besondere Naturlandschaft Das Erscheinungsbild dieser besonderen Naturlandschaft täuscht darüber hinweg, dass es im Laufe der Jahrhunderte auch hier zahlreiche menschliche Eingriffe gegeben hat. Keiner vermochte es jedoch, das Erscheinungsbild umfassend zu verändern. Vor allem im 16. und 17. Jahrhundert wurde das Gebiet des „Lutterzand“ forstwirtschaftlich stark genutzt. Erosion war die Folge. Die Gemeinde De Lutte beschloss damals deshalb die Wiederaufforstung.

Viel stärker als der Mensch tritt als Landschaftsgestalter die Dinkel in Erscheinung. Der im münsterländischen Rosendahl entspringende und bei Neuenhaus in die Vechte mündende Fluss blieb in seinem niederländischen Teil unbegradigt. Damit zählt die Dinkel zu den wenigen wirklich naturbelassenen Fließgewässern im Nachbarland. Im „Lutterzand“ zeigt er sich besonders kurvenreich. Am besten lässt sich das Flusspanorama von den Sandklippen aus betrachten. Golden schimmert der Grund und an einigen Stellen erheben sich Sandbänke aus dem Wasser. Huckleberry Finn hätte sich hier ganz sicher wohl gefühlt.

Romantische Kulisse: Imposante Sandklippen Schon im Mittelalter brachten die vor allem nach starken Regenfällen einsetzenden Überschwemmungen Probleme für die Bauern der Umgebung mit sich. Die im Sommer blumengesprenkelten Überschwemmungswiesen haben deshalb auch heute noch eine wichtige Funktion und bilden mit den Schilfgürteln Refugien für seltene Tierarten. Allein 60 Vogelarten nutzen die Fichtenwälder, Heideflächen und Schilfgürtel, um zu brüten. Auch der oft als „fliegender Diamant“ bezeichnete Eisvogel fühlt sich hier wohl. Die imposanten Sandklippen des „Lutterzand“ bieten aber auch die Kulisse für einen ganz besonderen Anlass. Paare können an diesem romantischen Ort, ganz offiziell, den Bund der Ehe schließen.

Kontaktinformation

 

Lutterzandweg
De Lutte

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